Urgesteinsmehl in Gülle und Mist: Anwendung, Dosierung und Wirkung
Kurz gesagt: Fein vermahlenes Diabas-Urgesteinsmehl kann gleichmäßig in Gülle eingerührt oder schichtweise in Mist eingebracht werden. Es ergänzt die organischen Wirtschaftsdünger um mineralische Bestandteile, kann zur Bindung von Ammoniak und Gerüchen beitragen und die Homogenität der Gülle verbessern. Als Orientierungswerte werden häufig etwa 25 bis 30 kg je Kubikmeter Gülle und rund 25 kg je Kubikmeter Mist genannt. Bei Mist reichen produktspezifische Empfehlungen teilweise bis 50 kg je Kubikmeter. Die konkrete Dosierung ist an Produkt, Ausgangsmaterial, Anlage und betriebliches Düngungsmanagement anzupassen.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Urgesteinsmehl verbindet die organische Düngung mit einer mineralischen Bodenkomponente.
- In Gülle muss es langsam und bei laufender, geeigneter Rührtechnik gleichmäßig verteilt werden.
- In Mist wird es dünn auf neue Lagen gestreut oder möglichst gleichmäßig eingemischt.
- Orientierungswerte: etwa 25–30 kg/m³ Gülle und ungefähr 25 kg/m³ Mist; je nach Produkt und Verfahren können andere Mengen gelten.
- Urgesteinsmehl ist kein Ersatz für Nährstoffanalyse, Düngebedarfsermittlung oder ein betriebliches Düngungskonzept.
- Beim Rühren von Gülle besteht Lebensgefahr durch Schadgase. Arbeitsschutz, Lüftung und die Vorgaben der SVLFG haben uneingeschränkt Vorrang.
Warum Urgesteinsmehl zu Gülle und Mist geben?
Gülle und Mist liefern organische Substanz und wichtige Pflanzennährstoffe. Diabas-Urgesteinsmehl ergänzt diese Wirtschaftsdünger um fein verteilte mineralische Bestandteile und Spurenelemente. Durch die gemeinsame Ausbringung gelangen organisches Material und Gesteinsmehl in einem Arbeitsgang auf die Fläche.
Urgesteinsmehl ist dabei kein schnell löslicher Volldünger. Seine Bedeutung liegt vor allem in der langfristigen Bodenpflege. Die sehr feinen mineralischen Partikel können an bodenchemischen Austauschprozessen mitwirken und zur Bildung stabiler organisch-mineralischer Verbindungen beitragen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Grundlagenbeitrag Was ist Urgesteinsmehl? und in der Übersicht über die Zusammensetzung unseres Diabas-Urgesteinsmehls.
Mögliche Vorteile bei Gülle
- Ammoniak und andere geruchsaktive Stoffe können an feinen mineralischen Oberflächen gebunden werden.
- Die Gülle kann homogener und fließfähiger werden.
- Die Neigung zur Bildung von Sink- und Schwimmschichten kann vermindert werden.
- Mineralische Bestandteile und Spurenelemente werden gleichmäßig mit dem Wirtschaftsdünger ausgebracht.
Die tatsächliche Wirkung hängt unter anderem von der Feinheit und Zusammensetzung des Produkts, der Güllezusammensetzung, dem Zeitpunkt der Zugabe, der Durchmischung und der Lagerung ab. Aussagen wie „geruchsfrei“ oder „keine Nährstoffverluste“ wären deshalb zu weitgehend.
Mögliche Vorteile bei Mist
- Feuchtigkeit und geruchsaktive Stoffe können teilweise gebunden werden.
- Der Mist wird um mineralische Komponenten ergänzt.
- Die gleichmäßige Verteilung zwischen den Mistlagen kann die Bedingungen für die Rotte unterstützen.
- Organische Substanz und Gesteinsmehl gelangen später gemeinsam auf den Boden.
Urgesteinsmehl in Gülle richtig dosieren
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nennt für Gülle einen Orientierungswert von ungefähr 25 bis 30 kg Urgesteinsmehl pro Kubikmeter. Vergleichbare Mengen finden sich auch in aktuellen Anwendungsunterlagen für fein vermahlenes Diabas-Urgesteinsmehl.
| Güllemenge | Orientierungsmenge Urgesteinsmehl |
|---|---|
| 1 m³ | ca. 25–30 kg |
| 10 m³ | ca. 250–300 kg |
| 50 m³ | ca. 1,25–1,50 t |
| 100 m³ | ca. 2,50–3,00 t |
Die Tabelle rechnet den Orientierungswert lediglich auf verschiedene Volumina hoch. Sie ist keine anlagen- oder betriebsindividuelle Dosierempfehlung. Produktkennzeichnung, fachliche Beratung, Analysen und amtliche Vorgaben haben Vorrang.
Anwendung in Gülle: gleichmäßig einmischen
- Behältervolumen und Ausgangslage bestimmen: Vorab klären, welche Güllemenge tatsächlich behandelt wird und ob bereits Gesteinsmehl eingebracht wurde.
- Produkt und Technik prüfen: Feinheit, Anwendungshinweise und Sicherheitsdatenblatt des Urgesteinsmehls beachten. Die vorhandene Rühr- und Einbringtechnik muss für das Verfahren geeignet sein.
- Arbeitsschutz sicherstellen: Personen und Tiere aus gefährdeten Bereichen fernhalten, für die vorgeschriebene Lüftung sorgen und sämtliche betrieblichen Sicherheitsmaßnahmen umsetzen.
- Langsam dosieren: Das Urgesteinsmehl bei laufender geeigneter Rührtechnik kontrolliert einblasen oder langsam einstreuen. Eine schlagartige Zugabe begünstigt Staub, Klumpen und ungleichmäßige Verteilung.
- Ausreichend durchmischen: Die Rührdauer richtet sich nach Behälter, Füllstand, Gülleeigenschaften und Technik. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Verteilung.
- Anwendung dokumentieren: Menge, Zeitpunkt und beobachtete Veränderungen festhalten. Dadurch lassen sich spätere Anwendungen betriebsspezifisch besser beurteilen.
Wichtiger Sicherheitshinweis beim Umgang mit Gülle
Beim Rühren, Pumpen und Ablassen von Gülle können Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid, Ammoniak und Methan in gefährlichen Konzentrationen freigesetzt werden. Es bestehen Vergiftungs-, Erstickungs-, Brand- und Explosionsgefahren. Während des Aufrührens darf sich niemand ungeschützt in gefährdeten Stall- oder Anlagenbereichen aufhalten. Sorgen Sie für ausreichende Lüftung, vermeiden Sie offenes Feuer, Funken und Rauchen und beachten Sie vollständig die Vorgaben der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. In Gülleanlagen oder Behälter darf niemals ohne die hierfür vorgeschriebenen Sicherungs-, Lüftungs- und Rettungsmaßnahmen eingestiegen werden.
Urgesteinsmehl in Mist richtig dosieren und anwenden
Für die Mistaufbereitung nennt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ungefähr 25 kg pro Kubikmeter Mist. Produktspezifische Anwendungsempfehlungen für Diabas-Urgesteinsmehl reichen teilweise von 25 bis 50 kg pro Kubikmeter. Der große Korridor zeigt, dass Feuchtigkeit, Einstreuanteil, Lagerung und Verwendungszweck berücksichtigt werden müssen.
Schichtweise im Mistlager
Auf jede neue Mistlage wird eine dünne, gleichmäßige Schicht Urgesteinsmehl gestreut. Das ist günstiger als eine große Menge punktuell auf den fertigen Misthaufen zu geben. Durch das schichtweise Vorgehen verteilt sich das feine Material bereits während des Aufbaus.
Einmischen vor der Ausbringung
Alternativ kann das Urgesteinsmehl möglichst gleichmäßig in den Mist eingemischt werden. Welche Technik dafür geeignet ist, hängt vom Betrieb und der Konsistenz des Mistes ab. Wichtig ist, Staubentwicklung und lokale Überkonzentrationen zu vermeiden.
Bereits bei der Einstreu
In manchen Betrieben wird Diabas-Urgesteinsmehl bereits im Stall zusammen mit der organischen Einstreu eingesetzt. Die dafür genannten Mengen sind tier- und haltungssystemspezifisch und dürfen nicht aus den pauschalen Kubikmeterangaben für gelagerten Mist abgeleitet werden. Hier sind eine gesonderte Produkt- und Haltungsberatung sowie die Anforderungen an Tiergesundheit und Arbeitsschutz maßgeblich.
Häufige Fehler bei der Anwendung
Ungeprüfte Übernahme eines pauschalen Richtwerts
Die Orientierungswerte ersetzen keine betriebliche Beurteilung. Je nach Ausgangsmaterial, Produkt, Lagerung und Ziel der Anwendung kann eine andere Menge sachgerecht sein.
Zugabe ohne ausreichende Durchmischung
Wird das Gesteinsmehl nur punktuell eingebracht, verteilt es sich möglicherweise nicht gleichmäßig. Das gilt sowohl für Gülle als auch für Mist.
Erwartung einer sofortigen Düngewirkung
Urgesteinsmehl enthält mineralische Bestandteile und Spurenelemente, wirkt jedoch grundsätzlich langsam. Es ersetzt weder die Versorgung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium noch die Bewertung der vorhandenen Nährstoffe in Gülle und Mist.
Staub- und Güllegasgefahren unterschätzen
Urgesteinsmehl darf nicht eingeatmet werden; bei hoher Staubentwicklung ist geeigneter Atemschutz erforderlich. Davon unabhängig gelten beim Umgang mit Gülle die erheblich weitergehenden Schutzmaßnahmen gegen giftige, erstickende und explosionsfähige Gase.
Häufige Fragen zu Urgesteinsmehl in Gülle und Mist
Wie viel Urgesteinsmehl kommt in einen Kubikmeter Gülle?
Als allgemeiner Orientierungswert werden etwa 25 bis 30 kg pro Kubikmeter genannt. Die konkrete Menge sollte anhand der Produktangaben und der betrieblichen Situation festgelegt werden.
Wie viel Urgesteinsmehl kommt in einen Kubikmeter Mist?
Ein häufig genannter Richtwert liegt bei rund 25 kg pro Kubikmeter. Produktspezifische Empfehlungen können bis 50 kg reichen. Bei schichtweiser Anwendung wird die vorgesehene Gesamtmenge in mehreren dünnen Gaben verteilt.
Kann Urgesteinsmehl den Güllegeruch beseitigen?
Feines Gesteinsmehl kann Ammoniak und geruchsaktive Stoffe binden und dadurch die Geruchsbelastung mindern. Eine vollständige oder garantierte Geruchsbeseitigung ist daraus nicht abzuleiten.
Bleibt Urgesteinsmehl in der Gülle in der Schwebe?
Das hängt von Feinheit, Mineralogie, Gülleeigenschaften und Rührtechnik ab. Eine kontrollierte Zugabe bei laufender geeigneter Rührtechnik verbessert die Verteilung. Vor der Ausbringung muss die Gülle entsprechend den betrieblichen Anforderungen homogenisiert werden.
Ist Diabas-Urgesteinsmehl im ökologischen Landbau zulässig?
Ob ein konkretes Produkt für den jeweiligen Betrieb eingesetzt werden darf, richtet sich nach dessen aktueller Kennzeichnung, Listung und den für den Betrieb geltenden Vorgaben. Prüfen Sie deshalb die Produktunterlagen und stimmen Sie den Einsatz bei Bedarf mit Beratung und Kontrollstelle ab.
Ersetzt Urgesteinsmehl eine Düngung oder Kalkung?
Nein, nicht pauschal. Diabas-Urgesteinsmehl enthält basisch wirksame und mineralische Bestandteile, ist aber kein Ersatz für Nährstoffbilanz, Düngebedarfsermittlung oder Bodenanalyse. Eine mögliche Anrechnung ist produkt- und bodenbezogen fachlich zu prüfen.
Diabas-Urgesteinsmehl für Gülle und Mist
Kleinere Mengen können Sie direkt in unserem Shop bestellen. Für landwirtschaftliche Anwendungen und größere Abnahmemengen empfiehlt sich eine vorherige Mengen- und Lieferabstimmung.
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Weiterführende Informationen
Quellen und Sicherheitshinweise
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Urgesteinsmehl – Wirkung auf Boden und Anwendung
- Anwendungsbroschüre zu Diabas-Urgesteinsmehl, insbesondere Dosierung bei Gülle und Mist
- SVLFG: Sicherer Umgang mit Gülle
- Kennzeichnung und Anwendungshinweise für Diabas-Urgesteinsmehl
Stand: August 2026. Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine betriebsindividuelle Beratung, Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung düngerechtlicher Anforderungen. Produktkennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt und amtliche Vorgaben haben Vorrang.
